Wie schon Andreas berichtete, war die Fahrt von Las Vegas nach SF recht lang und vor allem landschaftlich fad. Trockenes Land, heiss und einfacht nix, weit und breit nix. Es war sogar so fad, dass Andreas mir das Steuer uebergab. Das halte ich deswegen fuer erwahnenswert, weil in Australien traute ich mich nicht, weil die fahren ja auf der falschen Seite und ich habs ja nicht so mit links u. rechts. In CA wollte ich vorerst auch nicht fahren, weil 6 Spurige Freeways, wo einen die Bullen verfolgen ist auch eher furchterregend, aber so fade Strassen... das einzige Highlight: Ploetzlich stank es unglaublich, wir konnten nicht ganz die Quelle eruieren und beschuldigten schon gegenseitig, bis wir an einer RIESEN Rinderfarm vorbeikamen. So viele Kuehe auf einmal hab ich noch nie gesehen. Das muessen mindestens 100.000 gewesen sein. Ich glaub da war auch gleich ein Schlachthof daneben.
Dann erreichten wir endlich SF. Wir fuhren gleich mal vermeindlich ueber die Golden Gate Bridge. Es war schon dunkel und so sahen wir nicht genau was Sache war, es war halt eine kostenpflichtige elendslange Bruecke, also naheliegend oder? Wie auch immer, dank Navigationsgeraet erreichten wir ohne Probleme das Hostel. Andreas und die Lady aus dem Navi verstehen sich nun besser; anfangs gab es immense Diskussionen zwischen den beiden. Ich glaub den Satz "Route wird neu berechnet" hab ich in der letzten Woche am oeftesten gehoert :-)
Das Hostel war wirklich nett, leider nur fuer eine Nacht. Am naechsten Tag mussten wir umziehen, weil das Hostel ausgebucht war. In unseren neuen Bleibe, das eh nur um die Ecke lag bezogen wir einen Dorm mit dem schmeichelnden Namen Alcatraz. Das Zimmer wurde seinem Namen gerecht, lag es doch im Keller. Im Zimmer selbst war Platz fuer 11 Leute, die schon da waren und einen Mega Saustall gemacht hatten. Wir wateten durch stinkende Klamotten u. Schuhe und beschlossen fuer die nachste Nacht ein Upgrade zu machen, weil das Zimmer war nicht nur einem Schweinestall, nein es glich auch einem Lazarett. Lauter hustende, wimmernde Leute.... egal, nun zum spannenderen Teil, wie war SF? Kurz und buendig Wahnsinn! Unglaublich schoene Stadt!!! Den ersten Tag fuhren wir mit dem Auto alle Sights weiter ausserhalb der Stadt ab. Zuerst mal die Golden Gate Bridge, die man bei Tageslicht nicht so leicht verwechseln kann, weil sie erstrahlt im schoensten Rot und wir haben natuerlich hunderte Fotos von allen moeglichen Aussichtspunkten gemacht. Sind auch bis zur Halfte drueber gegangen... Dann gings zum Alamo Square, wo wir die Painted Ladys begutachteten (fuer jene, die wie ich viel Bildung ueber Californien aus dem TV beziehen, das kommt in der Anfangssequenz von Full House vor, wie so vieles weiter auf unsere Sightseeing Tour), auf den Twin Peaks wo wir eine tolle Aussicht bei krassestem Wind ueber San Francisco genossen und wieder zurueck zur Golden Gate Bridge (diesmal auf die andere Seite), um den Sonnenuntergang zu geniessen.
Am nachsten Tag stand ein ausgedehnter Stadtspaziergang auf dem Programm, wobei im Nachhinein das Ganze eher mit einer Bergwanderung gleichkam. Hier gibts Huegel, mein lieber Schwan! Da kann einem aber auch die Puste ausgehen! Da ist man endlich oben, dann gehts wieder runter, wieder rauf...und so weiter und so fort. Aber als Belohnung gibts tolle Haeuser, unlaubliche Aussichten, Strassen die scheinbar in den Himmel fuehren, nette Cafes...
Unsere Wanderung begann in Chinatown. Das finde ich immer ganz lustig, mitten in so einer riesen Stadt ein kleinen eigenes Universum. Da stehen wir also vor so einer Baeckerei in einem ziemlichen Gewusel von Menschen; eine Frau fragt ob wir anstehen, wir verneinen weil wir nicht mal merkten dass das da eine Schlange von Menschen sein soll. Die Frau meint wir sollten uns aber anstellen, weil das die beste Baeckerrei der Stadt sei. Wir, noch kein Fruestueck im Bauch, stellen uns also an, quatschen ein bisschen mit der Frau... dann ist sie an der Reihe, kommt zurueck mit zwei Vanille Toertchen die sie extra fuer uns gekauft hat. Nett oder?
Weitere Highlights unserer Wanderung waren noch das Pier. Dort liegen mind. hundert Seeloewen faul in der Sonne rum, sehr putzig. Machen aber einen Megalaerm, vorallem die alten grossen Tiere wenn sie sich aufregen. Der Pier hat deswegen auch eine ganze kuenstliche Erlebnisswelt aufgebaut (auf so was stehen die Amis ja ziemlich) wo es Karusell, Shops und Spielzeugrobben zu kaufen gibt. Weiter gings dann mit dem Cable Car zum Union Square wo wir noch eine Runde drehten, eine Magarita schluerften um dann im Hostel euch diesen Bericht zu schreiben. Morgen gehts richtung L.A. zurueck, wir muessen allerdings noch die Lombard Street runterfahren, sind dort nur zu Fuss vorbei gekommen. Da hat sich einer wohl einen Gag erlaubt und bei all den quadratisch ausgerichteten Strassen hier auf 150m u. 27% Gefaelle mind. 20 Kurven eingebaut. Schaut vor allem von dem gegenueberligenden Huegel sehr lustig aus. Mal sehen wie das wird.
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