Dienstag, 7. Juli 2009

Machu Picchu

So, da sind wir also wieder und haben jede Menge zu berichten.
Inzwischen ist es fast 2 Wochen her, dass wir auf diesen beeindruckenden Inkaberg gestiegen sind. Aber von Anfang an.
Leider ist sich eine mehrtaegige Wanderung nach Machu Picchu auch aus gesundheitlichen Gruenden nicht ausgegangen und so mussten wir, wie wohl die meisten Touris, den saumaessig ueberteuerten Zug von PeruRail buchen. Das ging alles recht problemlos, kostet fuer Hin-und Rueckfahrt fast 100 US Dollar aber man machts ja schliesslich nur einmal im Leben - vorraussichtlich.
Auf dem Weg zum grossen Ziel liegen im sogenannten "Heiligen Tal" noch andere Inka Ruinen und die von Ollantaytambo wollten wir auch noch besuchen. Mit dem Collectivo (Sammeltaxi) fuhren wir mit noch 2 Amis die 80km von Cusco aus, was im Vergleich zur Bahn nur 3Eur pro Person kostete. Um 10uhr waren wir schon da und wollten noch ein Fruehstueck am kleinen Hauptplatz geniessen, als gleichzeitig mit dem Kaffe ein Katapillar auffuhr und begann, die Strasse vor unseren Fuessen aufzureissen...
Am Nachmittag gings dann weiter nach Aguas caliente, der kleinen Hotel- und Restaurantansammlung am Fusse der groessten Touristenattraktion Suedamerikas. Unser Hostel hatten wir schon gebucht und waren froh ueber warme Decken, heisse Duschen und der relativ warmen Temperaturen im Vergleich zu Cusco. Liegt ja im Regenwald, das ganze, welcher eigentlich sehr ueberraschend und ploetzlich beginnt. Mit der Bahn fahrt man von Cusco naemlich 105km und etwa 700-800 Hoehenmeter abwaerts und nach karger Bergvegetation faengt urploetzlich nach einer Kurve einfach so der dichteste Regenwald an - echt witzig.
Also dann Aguas Caliente, noch Abendessen und frueh ins Bett. Bernhard B. hat uns da bestens gebrieft und uns empfohlen, auch den (am Foto rechten Berg) Wayna Picchu zu besteigen. Das duerfen taeglich nur 400 Besucher, welche sich in der Frueh um ein Ticket anstellen muessen. Und damit man hierfuer wieder rechtzeitig kommt, muss man am Eingang sein, noch bevor die Massen mit den Bussen die 12km lange Stecke ueber 400 Hoehenmeter herangekarrt werden. Das bedeutet - frueh aufstehen! Um 4:30uhr sind dann auch schon erstaunlich viele Leute auf den Strassen unterwegs - wir ebenso. Im Dunkel folgen wir tanzenden Taschenlampen, die sich dann aber bald verlieren. Trotzdem finden wir gluecklicherweise den Einstieg in die endlose Treppe, welche die Strasse auf direktem, aber sehr steilem Weg, abkuerzt. nach 90 unglaublich anstrengenden Kletterminuten ereichen wir die Warteschlange vor dem Eingang gerade noch 30 Sekunden vor dem ersten Bus, das war knapp.
Dann endlich Einlass (Dass mitgebrachtes Essen und Plastikflaschen verboten sein, bekommen wir nicht mit - die Leute werden auch mit Plastiksaecken voller Brot eingelassen und Plastikflaschen werden auch im Gelaende verkauft!). Den ersten Eindruck eines dieser grossen Ziele, welches ich schon immer besuchen wollte, haben wir uns etwas anders vorgestellt, auch wenn zum Glueck eh alles im Nebel verborgen war. Aber um uns eben die Tickets fuer den Extra Gipfel zu besorgen, mussten wir mit der rasenden Masse mithetzen und standen dann gleich wieder 40min in der Schlange. Dann hatten wir aber unsere Karten, zogen uns auf den klassischen Aussichtspunkt zurueck und warteten. Dichte Nebel zogen vom Tal herauf und verhuellten immer andere Teile des so bekannten Panoramas, waehrend immer oefter die Gipfel hinter den Ruinen auftauchten. Dann kommt langsam die Sonne hervor und huellt die Szenerie in ein fantastisches Licht - ein grossartiges Schauspiel! Dann heisst es das Gelaende zu erkunden, waehrend Agnes sich noch etwas vom stressigen Aufstieg erholt.
Um 10 dann wieder 40min auf den Einlass zum Wayna Picchu warten und selbigen in 45min erklimmen. Der Weg ist wirklich sensationell und wie die verborgene Treppe im Herr der Ringe. Dass man in dieser senkrechten Wand ueberhaupt so "leicht" gehen kann, verdankt man auch den Inkas, die auf diesem Gipfel noch spektakulaere Anlagen hingebaut haben - echt verrueckt, die Typen! Am Gipfel dann etwas entspannen und Sonne und Aussicht geniessen bevors wieder runter geht.
Nach der anstrengenden Tour legen wir uns zwischen die Lamas in die Sonne, erkunden noch etwas das Gelaende und die vielen raffinierten Bauten der Inkas, bevors wieder talwaerts geht. Diesmal mit Bus und dann noch 4 Stunden Eisenbahnfahrt.

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