Donnerstag, 14. Mai 2009

Daramsala / McLeod Ganj

Von Amritsar nahmen wir am naechsten Tag den Bus nach Dharamshala. Wir fuhren mit einmal umsteigen gut den ganzen Tag in einem recht unbequemen Bus, aber es war schoen zu sehen, wie es deutlich kuehler und gruener wurde. Dharamshala liegt auf 1219m von dort gings mit dem Taxi noch ein Stueck hoeher, nach Mc Leod Ganj, ein Oertchen das auf 1770m liegt. Mc Leod Ganj ist, wenn ueberhaupt, dadurch bekannt, dass hier der Dalai Lama und die Tibetische Exil Regierung ihren Sitz hat (wer hat das von euch gewusst?). Hier wohnen auch einige tibetischen Fluechtlinge, mit Dharamsala zusammen etwa 10.000. Die ganze Stadt (eigentlich ein kleines Oertchen) hat ganz eine eigene Energie. Da der Ort einst den Briten als Sommersitz gedient hat, ist hier auch der britische Einfluss merklich spuerbar. Tja wie soll ich es beschreiben? Eine Indisch-Tibetisch-Britsche Mischung? Man sitzt in einem Cafe auf einer dieser herrlichen Terassen, trinkt einen Tee mit Milch und kann auch ein Stueck Lemon Pie dazu essen, tibetische Moenche diskutieren am Nebentisch, man hat eine Wahnsinns-Aussicht hinunter ins Tal oder auf die schneebedeckten Bergipfel der 5000er. Aus den Lautsprechern dudeln englische Hits aus 1920, grad dass das nicht aus einem Grammophon kommt. An den Haengen sind Tee und Reisplantagen angebaut. Dann kommt eine Gruppe alternativer Traveller vorbei - gerade von einer spirituellen Sitzung (wie es hier zu hauf angeboten wird) . Ueberall wehen die tibetischen Gebetsfahnen, die Baeume sind alle in wunderschoener Lila Bluete, die frischen Temperaturen erreichen hoechstens 25-28 Grad, die Veraufsstaende biegen sich vor Pashminas und tibetischen Wolldecken, die Strassen so steil dass man Angst hat, jederzeit ins Tal zu kugeln....das ist Mc Leod Ganj.
Den ersten Tag verbrachten wir am Vormittag mit einer Stadterkundung, bei der wir auch den zugaenglichen Teil des Sitztes der tibetischen Regierung ansahen. Am Nachmittag gings dann zu Verwandten von Bekannten von Andreas.
Wer von euch hat schon einmal 2.5 Stunden Fussmarsch fuer einen geplanten Kurzbesuch investiert? Naja, erstes hatten wir nicht vermutet und zweiteres wurde dann auch ausgiebiger. "Einfach hinter dem Ort hinauf, dann an einer Abzweigung links und dem Weg folgen", hat Jakob gesagt. OK. Also Abzweigung nach 15min gefunden, dann nachfragen welcher Weg nach links und 15min gehen, wieder zurueck und nochmal fragen "Wie weit dem Weg folgen?" "Na so 1.5 Stunden, meint der freundliche Inder", und hatte damit sogar ausnahmsweise Recht! Aber wir haben uns diesen Ausflug gegoennt und nachdem es erst das allerletzte aller Haeuser war, an denen wir so vor und nach der 1.5 Stunden Marke vorbeikamen, waren wir erstmal k.o., wurden aber von einer fantastischen Aussicht belohnt und von freundlichen noch Unbekannten empfangen (Sind Verwandte von Mitbewohnern in unsrerem Haus). Dank der Verbindung und den gelegentlichen Heimatbesuchen gabs dann zu hervorragend gekochtem einheimischen Essen oesterreichischen Wein und mit den hier lebenden Austrianern und Amerikanern eine lebhafte Tibet-Indien-China Polit Diskussion. Was sonst, hier am Sitz des Dalai Lama. Wer der Ami war, bekam ich leider nicht so genau mit, aber zumindest ist er wohl unter anderem Schriftsteller und hat ziemlich gute Kontakte zu Chinesen und Tibetern (am naechsten Tag auch Audienz bei seiner Heiligkeit, konnte uns aber nicht mitnehmen). Herrlich gesaettigt machten wir uns auf einen abenteuerlichen 50min Abstieg die Abkuerzung hinunter ins Tal, bei Taschenlampenlicht und jede Menge gefahren im Gebuesch. Hier gibts naemlich Baeren (Schwarze Himalaya Baeren - wie der Taxifahrer letzte Woche auf der Strasse gesehen hat) und Leoparden, wie die Hausherrin vor 3 Wochen einen auf der Veranda begegnete. Aber wir kamen gut unten an...
Den Naechsten Tag verbrachten wir mit Shopping, Spazierngehen, Teetrinken, Essen, Teetrinken & Kuchen essen, ... herrlich!!! Und dann ging es auch schon wieder weiter nach Shimla.


Aufgepackt

Durch die Wildnis



Affenzirkus

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