Von Jodhpur ging es dann in einer recht muehseligen Fahrt nach Jaisalmer (Ausgesprochen wie ScheissAlMaehr - passend, wenn ich folgendes lese:). Muehselig war die Fahrt vor allem wegen einem Problem - ich hatte grossen Druck auf der Blase. Nach guten 3 Stunden Fahrt kam endlich die Erloesung: ein kurzer Stop in einem kleinen Dorf. Ich blickte mich um, um irgendwo etwas Toilettenmaessiges zu finden u. fragte schliesslich den Busfahrer. Der meinte:" Da beim Restaurant". Na klasse, wenn die ganze Strasse von Restaurants bzw. Essensstandln gesaeumt ist... ich ging also zu dem, der noch am vielversprechensten aussah und fragte. Er verwiess mich auf die "open toilette", backside. Ich gehe also die 3m backside, und backside, ja was war da? Gar nix, ein paar Kuehe (eh klar) auf einem steinig, von Muell gesaeumten, Platz und 100m weiter noch ein paar Busse, die auch grad Pause machten. Mit einem letzten bisschen Hoffnung suchte ich noch nach einer Nische aber da war nichts. Dann sah ich, dass der Typ den ich grad gefragt hatte, um die Ecke starrte. Waere ich nicht schon seit drei Wochen in Indien, haett ich wohl angenommen, dass er sich pflichtbewusst darum kuemmert, ob ich die "open toilette" auch ja finde.... also bin ich wieder, recht grantig weil Druck auf der Blase, in den Bus. Die naechsten zwei Stunden sinierte ich ueber das Hygienesystem von Indien. Dieses, vielleicht etwas private Thema, moechte ich kurz anschneiden. Die Klos sind hier anders. Es gibt hier diese Stehklos und dann Kuebel und Wasserhaene (welche meist gar nicht funktionieren). Wenn man Glueck hat gibts hier ein Western Style Toilette - Also ein Konstrukt das den Europaeischen Toiletten gleich kommt. Klopapier gibts hier keines, aber man kann es kaufen. Dann bekommt man eine grosse Rolle auf der ca. 5 Blaetter drauf sind (Wer braucht schon Klopapier - Frauen und Hygiene!! Ich find das mit dem Wasserkuebel super, das kuehlt auch gleich den Hintern und entspannt ungemein! Danach darf man halt nicht gleich wieder Nasenbohren). Alles in allem ist es gut, wenn man die Toilettenbesuche auf das Hotel beschraenkt. Manchmal gehts halt nicht anders und man hat Pech oder aber auch, und diese huebsche Geschichte moechte ich in diesem Blog nicht missen, man hat Glueck wie einst im Amber Fort. Dort ging ich eben mal und suchte die besprochenen Raeumlichkeiten auf, zahlte 5 Rupien und wusste noch nicht, welch super Investition das war. Ich oeffnete die Tuer und das war nicht einfach nur ein Klo, nein das war ein Toiletten-Tempel, so muss die Toilette des Maharadscha sein. Ein fesches Maedel geleitete mich zu den fuer mich bestimmten Thron, spuehlte vorher, damit ich keine boesen Ueberraschungen haben wuerde und lies mir dann meine Privatsphaere. Als ich wieder rauskam, nahm sie sich wieder meiner an, um mich zu der 2m enfehrnten Waschbecken-area zu fuehren (da haett ich mich ja auch fast verlaufen) um mir anschliesend das Wasser aufzudrehen und mir mittels Seifenspender Seife in die Hand zu geben. Dann reichte sie mir noch ein Handtuch und begleitete mich freundlich, aber mit der noetigen Distanz zum Ausgang. Ja, so solls sein und nicht anders. Aber waehrend ich mich an diese guten Erinnerungen klammerte und hoffte wir wuerden bald ankommen, ueberlegte Andreas lieber, ob er faehig waere, eine Kuh mit dem Leatherman zu zerlegen - fuer den Notfall versteht sich, falls wir in der Wueste stranden und irgendwie ueberleben muessen. Ich hoffe wir werden es nie erfahren :-). In Jaisalmer selbst bezogen wir die bisher schlechteste Bleibe. Es war ein kleines, heisses Zimmerchen und lauter Ameisen liefen geschaeftig durch die Gegend. Aber es war nur fuer eine Nacht, weil wir hatten vor, am naechsten Tag in einem der Spitzenklassen Hotel einzuchecken - aus einem einzigen, driftigen Grund: Ein Swimmingpool!!!! Das machten wir auch am naechsten Morgen. Etwa 500m auserhalb der Stadt erhob sich aus der Sandigen Wueste ein Palazzo aus Sandstein, einsam und schoen. Wir bekammen ein Zimmer gleich zum Pool. Wir waren wohl wieder die einzigen Gaeste und waehrend wir die langen einsamen Korridore entlang liefen und durch den einsamen grossen Speisesaal blickten, erinnerte uns das stark an Shinning (um wiedermal unser Leben mit einem Film zu verleichen) Wir genossen den ganzen Tag am Pool und am Abend gings wieder in die Stadt rein. Wir entschlossen uns endgueltig dazu die Kamelsafari in Bikaner durchzufueren und streunten durch die Gegend. In einem Internetcafe lernten wir noch einen recht durchgeknallten Inder kennen. Der war ein totaler Oesi-Fan weil er total auf Kruder&Dorfmeister steht. Weiters steht er auf Fanta4 und Fettes Brot, von denen er wohl auch seine spaerlichen Deutschkenntnisse erworben hat (ey supergeil, voll laessig, hammergeil). Dann zog noch eine Hochzeitsgesellschaft durch die Strassen. Das ist ganz spannend zu beobachten. Zuerst ein Auto mit DJ und lauter BumBum Musik. Dahinter alle Maenner, die tanzen und ausgelassen feiern. Dann ein paar traditioneller gekleidete Maenner mit Geschenken und der Braeutigam, hoch zu Ross. Dahinter alle Frauen, ganz brav und in wunderschoenen Saris.Dann gingen wir wieder in unseren einsamen Palast um am nachsten Tag weiter nach Bikaner zu reisen.

Huebsche Haeuserfassaden im Fort von Jaisalmer

Fort im Abendrot

Hotel *Uh Yeah!*

Hotel Poolside *splish splash*
Ueberfahrt durch Steppe und Wueste (aber keine Sandduehnen)
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